NEUE WIRKLICHKEITEN II


Ronald Kodritsch + Thomas Riess + Martin Schnur


Vernissage: 5. November 2020

Ausstellungsdauer: 6. November bis 5. Dezember 2020



Die Galerie Estermann+Messner setzt ihren Zyklus zu den Neuen Wirklichkeiten fort. Gezeigt werden drei Maler, die wiederum keine Gruppe im eigentlichen Sinn bilden und dennoch einige gemeinsame Anknüpfungspunkte haben. Alle drei Künstler beschäftigen sich mit Bildinhalten, die zwischen Realität und Fiktion changieren, wobei die Wirklichkeitsreferenz von Position zu Position unterschiedlich ist. 


Thomas Riess (*1970 in Tirol) beschäftigt sich mit dem Menschen als Wesen in einer zunehmend medial überfluteten Gesellschaft. Seine oft fotorealistisch gemalten Arbeiten erfahren durch die partielle Übermalung eine Abstraktion, eine Verfremdung. Durch die verborgenen Gesichter stellt sich unweigerlich die Frage nach der Identität der dargestellten Personen. Doch in Zeiten, in denen die mediale Inszenierung der eigenen Person auf Instagram, Facebook und Co. zum Mainstream geworden ist, haben solche Abbildungen keinerlei identitätsstiftenden Gehalt mehr. Riess enttarnt in seinen Arbeiten also auch die realistische Malerei als Illusion. Er bewegt sich in seinen Werken zwischen Sein und Schein, zwischen Wirklichkeit und Täuschung. 


Der Steirer Martin Schnur (*1964) wählt – trotz seiner virtuosen Technik – Kompositionen jenseits des reinen Fotorealismus. In eine Naturlandschaft setzt er eine zweite, klar begrenzte Malebene mit Menschen. Die Landschaft mag dabei als Bedeutungsträger für Natur, Zivilisationsferne oder Paradiesvorstellung dienen, stellt aber keine konkrete Verortung dar. Die Menschen sind, passend zur Idee des Paradieses, oft dargestellt wie Gott sie schuf. Letztlich macht die darstellerische Finesse, wie Schnur mehrere Motive zu einem Gemälde zusammenfügt, viel von dem Reiz und der Spannung seiner Kompositionen aus. 


Der ebenfalls in der Steiermark geborene Ronald Kodritsch (*1970) erschafft Bildwelten, die heiter und mit einem Augenzwinkern gemalt sind, manchmal aber auch melancholisch und böse erscheinen. Alles ist für Kodritsch bildwürdig, alles ist für ihn und seine Kunst interessant. Er malt intuitiv und spontan, pflegt einen bewusst unakademischen Zugang und hat keine Scheu, auch kindisch und naiv zu wirken. Aus der abstrakten Malerei entstehen Figuren und Formen, wobei die Komposition, das Kolorit und der Farbauftrag ihre ganz eigenständigen Geschichten formen. Der Ausgang seiner Malerei ist meistens ungewiss. 



Öffnungszeiten:

Donnerstag + Freitag 14:00 - 18:00 Uhr

Samstag 11:00 - 15:00 Uhr

und nach Terminvereinbarung