MOVE THE VIEW

 

Jakob Gasteiger + Walter Vopava + Otto Zitko

Soft-Opening: 19.05.2021 von 15:00 bis 21:00 Uhr

Es spricht: Florian Steininger um 18.30 Uhr (KUNSTHALLE Krems)

Ausstellungsdauer: 20. Mai 2021 bis 2. Juli 2021


Während sich in den 80er Jahren die „Neuen Wilden“ innerhalb der österreichischen Malerei austobten, gab es einzelne malerische Positionen, die ihren eigenen Weg einschlugen, nämlich den Weg in die Gegenstandslosigkeit. 

Auf der Suche nach dem „einen, idealen Bild“ wurden sie, jeder auf seine Weise, zu Aushängeschildern der österreichischen Malerei und können heute jeweils auf national und international erfolgreiche Karrieren zurückblicken.

Die entfesselte Urkraft Zitkos, der sich selten auf die reine Bildfläche beschränkt und oft den gesamten Ausstellungsraum mit seiner bedingungslosen Spur überzieht, trifft auf die zurückhaltenden, mit feinen Lasuren in abstrakten Raumtiefen suchenden Werke von Vopava. Das reine Material Farbe als Gegenstand der Bildfindung und ein Schritt in das Dreidimensionale, Bildskulpturale finden wir bei Gasteiger.


Jakob Gasteiger (*1953 in Salzburg) stellt, in Anlehnung an die Tendenzen von Minimal Art und Monochromie, den Malprozess in den Vordergrund. Seine Arbeiten sind von einer reduzierten Formensprache einerseits und höchster ästhetischer Kompetenz andererseits geprägt. Mit einem Kamm, der eigens für jedes Bild gefertigt wird, bearbeitet der Künstler die aufgetragene Farbe, horizontal, vertikal oder in Schwüngen. Was bleibt, sind Furchen und fragile Farbgrate als Zeugen der künstlerischen Geste. Schon früh begannen die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur bei Gasteiger zu verschwimmen. Doch während seine Gemälde von wohl überlegter Kontrolliertheit und formaler Askese erzählen, kommt in seinen Plastiken dem Zufall eine entscheidende Rolle zu: Sie entstehen, indem flüssiges Aluminium in kaltes Wasser gegossen wird.


Die Bildkompositionen von Walter Vopava (*1948 in Wien) sind der Reduktion in Farbe und Form verpflichtet: Vopavas Hauptthema ist die Koexistenz – oder sollte man sagen, der Wettstreit? – von Dunkelheit und Licht. Scheinbar in der Tradition des italienischen Chiaroscuro stehend, kommt es in seinen Arbeiten mittels Hell-Dunkel zu einer Steigerung des Ausdrucks und der Dramatik. Tritt eine Farbe hinzu, Grün oder Violett beispielsweise, wird diese durch den Farbe-Nichtfarbe-Kontrast maximal zum Leuchten gebracht. Man kann sich kaum sattsehen. Vopavas Malerei ist eine Synergie aus Konstruktion und Intuition. Er ist ein Meister der Spannung: Gekonnt deutet er Bildinhalte an, doch tut er dem Betrachter letztlich nicht den Gefallen, seine Bilder in echte Räumlichkeit aufzulösen. Sie bleiben rätselhaft.


Otto Zitko (* 1959 in Linz) nähert sich der Zeichnung vom Standpunkt der Malerei heraus an. Er ist ein Künstler der großen Geste. Aus der Motorik von Hand und Arm, ihren kreisenden Bewegungen, füllt Zitko den Bildraum mit dem, was sein Körper ausführt. Es entsteht eine scheinbar endlos fortsetzbare Linie. Sie macht den Bildinhalt aus und entzieht sich gleichzeitig der Interpretation durch den Betrachter. Sie füllt Blätter, Bildtafeln und Wände und nimmt mitunter monumentale Ausmaße an. Dann scheint es, als wollte der Künstler mit seiner intuitiv suchenden Linie die Oberfläche für sich erobern und den Betrachter in ein undurchdringbares Geflecht verstricken. Auch das Farbspektrum bleibt in Zitkos Arbeiten reduziert auf ein, zwei Farben, die dafür umso intensiver zur Wirkung kommen.


 





ON TRANSIENT PHENOMENA

  

Sissa Micheli

Soft-Opening: Dienstag 2. März 2021, 15:00 - 20:00 Uhr

Soft-Finissage: Freitag 14. Mai 2021, 15:00 - 20:00 Uhr


Ausstellungsdauer: 2. März 2021 bis 15. April 2021 verlängert bis 14. Mai 2021


Sissa Micheli hinterfragt in vielfältigen Fotografien, Videoarbeiten und Objekten Alltägliches und Bekanntes, eröffnet neue Blickwinkel und Sichtweisen. 

Die Bildoberfläche verweist oft auf etwas Anderes, dahinter Liegendes, auf eine verborgene Geschichte, die nur erahnt werden kann. Neugierig und forschend nähert sie sich ihren Untersuchungsfeldern und erschafft einen sinnlichen wie hintergründigen Mikrokosmos, der sich zwischen Realität und Fiktion bewegt. 

Jenseits der funktionalen Zuschreibung verleiht Micheli Objekten aufgeladene Bedeutungsebenen mit surrealer Strahlkraft. 

So zeigt die Künstlerin Fotoarbeiten aus der Serie „Museum Rapsody – Objective Correlatives", in der sie Gegenstände miteinander kombiniert, ohne dass diese in einem zwingenden Verhältnis zueinanderstehen. Durch ein feinfühliges poetisches wie humorvolles Arrangement werden sie aber gegenseitig mit neuem Sinn aufgeladen. Die Inszenierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit Michelis, das bewegte, dynamische Bild ein ständiger Begleiter. 

Mit fliegenden Kleidungsstücken erschafft sie faszinierende temporäre Skulpturen, die in einem sinnlich dynamischen Spiel das Flüchtige und Vergängliche feiern. In den neuen Fotografien schweben mächtige Textilien vor dem Gesicht einer Frauengestalt. Der in die Welt geworfene Mensch ist verletzlich, der Endlichkeit und dem Tod ausgeliefert. Teilweise noch vor der Pandemie entstanden, erscheinen die Kunstwerke von Micheli gegenwärtiger den je. 

Sie erfahren, unter dem Eindruck unserer aktuellen unsicheren Zeit, eine neue Beachtung und  Lesart.


– Günther Oberhollenzer aus Scenography of Existence, 2020. Alessandro Casciaro Art Gallery Bolzano, S.7-10.



Sissa Micheli wurde 1975 in Bruneck, Südtirol geboren und studierte an der Schule für künstlerische Photographie sowie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie gewann zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Preis der Akademie (2008), das Atelierstipendium London (2009) und Paris (2013) des BMUKK. Sie verzeichnet zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In-und Ausland.  Sie lebt und arbeitet in Wien.








TEMPORARY VIEW (ONE)

 


Soft-Opening: Dienstag 9. Februar 2021, 15:00 - 19:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 10. Februar 2021 bis 26. Februar 2021


Don’t look back, you’re not going that way”!?... und trotzdem erhält man oft nur durch den Vergleich mit der Vergangenheit und durch ein ruhiges abwägendes Bewerten derselben, die viel erhoffte Sicherheit und notwendige Entscheidungsqualität im Leben - und in der Kunst!



Bis zu unserer nächsten Einzel Ausstellung "ON TRANSIENT PHENOMENA" am 2.3. 2021 mit der Südtiroler Künstlerin Sissa Micheli haben wir unter dem Titel
Temporary View 1 eine "Zwischenhängung" zusammengestellt.

Wir zeigen aus unseren eigenen Beständen eine selektive Auswahl spannender Einzelwerke. 


Gezeigt werden Werken u.a. von:

Donald Baechler, Jürgen Bauer, Joseph Beuys, Gunter Damisch, Christian Eisenberger, Wolfgang Ernst, Lorenz Estermann, Günther Förg, Franz Graf, Jonathan Meese, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Man Ray, H.J. Painitz, A.R. Penck, Walter Vopava, Erwin Wurm, ...